5 Trends im Einkauf erkennen und darauf reagieren

Mit Trends ist es so eine Sache – in manchen Bereichen kommen und gehen sie quasi über Nacht. Aber es gibt auch solche, die uns langfristig begleiten werden. Und machen wir uns nichts vor: Die Zeiten der „low hanging fruits“ im Einkauf sind längst vorbei. „Führen Sie doch mal die neuesten Trends im Einkauf ein, damit wir wieder Fahrt aufnehmen und die Einkäufer endlich über den Tellerrand hinausschauen“, sagte zum Beispiel neulich eine Geschäftsführerin zu mir. Trends sind immer ein spannendes Thema, denn nicht nur Unternehmen generell, sondern insbesondere der Einkauf, steht am Anfang eines Umbruchs.

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Bevor es an das tatsächliche Einführen der neuen Trends im Einkauf geht, ist es essenziell, zunächst eine Basis zu schaffen, damit diese auch nachhaltig wirken. Es gilt zunächst ebenfalls den Markt zu beleuchten, um zu sehen, welche Entwicklungen es gibt. In diesem Blog beleuchte ich die fünf Trends im Einkauf für 2025.

1. Im Einkauf souverän mit dem Verkäufer umgehen

Was zeichnet einen souveränen Umgang aus? Wir hatten vor ein paar Jahren im Einkauf noch die Möglichkeit, uns unsere Produktionsstätten weltweit auszusuchen. Das ist momentan bei der Verschärfung der Marktsituation nicht mehr möglich. Aufgrund des aktuellen Rohstoffmangels und der Preise für Rohstoffe, die in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt haben, ist es für Einkäufer wichtig, souverän mit dem Verkäufermarkt umzugehen. Was zunächst wie ein kurzzeitiger Kostenanstieg der Rohstoffindustrie schien, hat sich nun zu einer deutlich verschärften Marktsituation mit weitreichenden Folgen entwickelt. Meine Empfehlung ist ganz klar, auf eine Task Force zu setzen, die ihre Fachkompetenz, Erfahrung und branchenspezifische Expertise einbringt und als „Teilejäger“ nichts anderes macht als Material am Markt für Sie zu besorgen.

2. Supplier Workshop durchführen

Souverän mit dem Verkäufer am Markt umzugehen hat ebenfalls stark mit der momentanen Materialversorgung zu tun. Kein Einkäufer kommt an der Lieferantensuche vorbei. Der sich in Zukunft verschärfende Markt erfordert auch andere Wege.  Ein Mittel ist, Supplier Workshops durchführen – das heißt mit den Lieferanten im Gespräch bleiben und deren Lieferfähigkeit im Auge zu haben. Wer fortwährend über Preise, Qualität und Ausfälle informiert ist, kann rechtzeitig agieren. Jetzt ist die Zeit, sich die Spezifikationen anzuschauen, die Lieferanten seit über 30 Jahren nutzen, um Alternativen zu finden.

3. Interesse an „Second Source“ nimmt zu

Ein weiterer Trend, den ich beobachte, ist das zunehmende Interesse an „Second Source“. Im Automobil-Bereich beispielsweise wurde in den letzten Jahren die Liste der Lieferanten immer kleiner gemacht. Zunächst waren es noch 10, plötzlich nur noch 5, von diesen Lieferanten wollten 3 nicht mehr liefern, dann waren es nur noch 2 und am Schluss hat man nur noch einen Lieferanten, von dem die Produktionsfähigkeit des Unternehmens abhängt. Deshalb gilt es eine Second Source als weitere Produktionsmöglichkeit zu finden. Das Prinzip dahinter ist das Beschaffen von gleichen bzw. vergleichbaren Produkten durch zwei oder auch mehr verschiedener, voneinander unabhängigen Lieferanten mit dem Ziel, die Gefahr des Versorgungsengpasses sowie das Risiko der Lieferantenabhängigkeit zu minimieren. Das macht die Supply Chain robuster als beim reinen Single Sourcing. Darüber hinaus ist es essenziell, Innovationen zu entwickeln und den Lieferanten als Entwicklungspartner mit ins Boot zu holen.

4. Digitalisierung

Prozessoptimierung ist ein klarer Trend in den Industrieunternehmen und im Einkauf. Diese zu digitalisieren, wird uns über die nächsten Jahre intensiv begleiten. Dabei gilt es darauf zu achten, die Digitalisierung nicht einfach nebenbei und ohne Plan laufen zu lassen. In der Praxis ist dies leider häufig zu beobachten. Meiner Meinung nach kann die Digitalisierung nicht beiläufig erfolgen. Es handelt sich um eine teilweise komplexe sowie komplette und wichtige Projektarbeit, für die die nötige Zeit eingeräumt werden muss. Ein genauer Blick in die Prozesse und die Schnittstellen sowie das Festlegen von Leitplanken, ist sowohl für den Einkauf als auch für die angrenzenden Abteilungen entscheidend.

5. Trend zu Einkaufsgemeinschaften

Ein fünfter Trend ist das Thema Einkaufsgemeinschaften oder Einkaufskooperationen. Im Rahmen der neuen Einkaufsplattformen und der Digitalisierung aber auch bei Rahmenverträgen schließen sich Unternehmen vermehrt zusammen. Die Ausprägungen sind vielfältig: Von fachspezifischen Einkaufsgemeinschaften, über einzelne regionale Einkaufsverbünde zur Beschaffung klassischer Verbrauchsartikel bis hin zu größeren Organisationseinheiten, finden sich in Einkaufsgemeinschaften die unterschiedlichsten Unternehmen zusammen. Gerade im Bereich indirektes Material – Arbeitsschutz-, Büromaterial oder Verpackungen – gibt es erhebliche Einsparpotenziale und dafür bieten sich Einkaufsgemeinschaften an.

Der Einkauf positioniert sich neu

Der Wandel ist jetzt – und in diesem muss sich der Einkauf neu positionieren, um zum Erfolgsfaktor in Unternehmen zu werden. Meine Empfehlung: Nutzen Sie die 5 Einkaufs-Trends 2025, um sich für den Umbruch im Einkauf zu rüsten. Ist der Einkauf sicher und zukunftsfähig aufgestellt, ist auch das Unternehmen für unruhige Zeiten und Krisen gewappnet und sorgt dafür, dass interne Stakeholder mehr für ihr Budget bekommen.

Folgt Ihr Einkauf bereits den Trends? Wollen Sie mehr dazu erfahren, wie sich der Einkauf entwickelt und wie Sie diesen in Ihrem Unternehmen zukunftssicher aufstellen? Dann lassen Sie uns in einen gemeinsamen Austausch gehen.


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