In stillen Kämmerchen gibt es nur selten Lösungen

Warum es so wichtig ist, in Krisenzeiten zusammenzuhalten und was das für den Einkauf bedeutet, erläutert Tanja Dammann-Götsch.

Viele Unternehmen und damit auch Einkaufsabteilungen stehen derzeit vor einer Herausforderung nach der anderen. Von Lieferschwierigkeiten über Energiekrise bin hin zu Inflation; es scheint, als rolle jede Woche eine neue Krise an. Insbesondere in solchen Zeiten ist es für die Leiter von Einkaufsabteilungen wichtig, handlungsfähig zu bleiben. Das weiß auch Einkaufsexpertin Tanja Dammann-Götsch und rät: „Lösungen lassen sich nicht finden, wenn die Einkaufsleiter allein auf weiter Flur stehen, sondern nur gemeinsam: mit deren Team, der Geschäftsleitung und den Lieferanten.“

Sie selbst kann sich noch gut an ihre Kindheit erinnern, als die Inflation, ausgelöst durch die Ölkrise, schon einmal die Wirtschaft traf. „Damals sind wir an einem autofreien Sonntag auf der A3 spazieren gegangen. Heute wäre das kaum noch denkbar, dennoch ist uns allen bewusst, dass auch die aktuellen Krisen Auswirkungen haben. Und an manchen Stellen treffen diese uns härter als anfangs erwartet“, so Tanja Dammann-Götsch.

Eine Ursache der momentanen Situation sei zum Beispiel auf gestörte Lieferketten zurückzuführen. Infolgedessen haben Reeder Schiffe vorerst stillgelegt und nicht vor, diese so schnell wieder samt Besatzung aufs Wasser zu schicken. Auch lese man von Containerknappheit oder davon, dass einige Länder aufgrund der exorbitanten Energiepreise oder lokaler Einschränkungen weniger produzieren. Die steigenden Preise hätten ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Wirtschaft. So verrate ein Blick auf die Zahlen des Statistischen Bundesamts, dass der Index für Einfuhrpreise in einem Jahr, von September 2021 zu 2022, von 118,2 auf 147,8 gestiegen ist. Der Verbraucherpreisindex weise ebenfalls eine Steigerung auf. So lag der Wert im Juli 2022 noch bei 7,5% und der vorläufige für Oktober bereits bei 10,4%. Noch sei kein Ende dieser Preissteigerungen abzusehen, was klar macht, dass sowohl die Industrie als auch private Haushalte weiter davon betroffen sind. Tanja Dammann-Götsch könnte die Liste an Problemen noch um viele weitere ergänzen, doch sie möchte auch Lösungsansätze aufzeigen, wie die Herausforderungen, insbesondere im Einkauf der Unternehmen, gemeistert werden können. „Ich bin fest davon überzeugt, dass sich Krisen nur gemeinsam meistern lassen. So halten z. B. Lieferantenbeziehungen, die auf Augenhöhe und menschlich gepflegt werden, auch schwere Zeiten aus.“

Dennoch erlebe die Einkaufsexpertin, dass einige Einkaufsleiter noch immer versuchen, Lösungen im stillen Kämmerlein zu finden. Ihrer Meinung nach sei es jetzt wichtig, über den eigenen Schatten zu springen und gemeinsam mit dem Team und den Lieferanten in den Dialog zu gehen. Komme es in einem ihrer Interimsmandate zu einer schwierigen Situation, profitiere Tanja Dammann-Götsch von ihrem positiven Mindset: „In der Praxis ist meine Führungsaufgabe, dem Einkaufsteam Orientierung zu geben – mit meiner positiven Herangehensweise, meiner Begeisterung und Lösungsorientierung bringe ich alle im Einkauf schnell auf einen gemeinsamen Nenner.“

Auch nutze sie gerne den Satz: „Nicht reden, machen.“ Und bezieht sich damit in erster Linie auf das Management, welches in seiner Vorbildrolle die Einkäuferinnen und Einkäufer motivieren muss. Die Einkaufsexpertin hat zentrale Punkte definiert, durch die es möglich ist, auch in Krisen handlungsfähig zu bleiben: „Es braucht ein positives Mindset und eine Hands-on-Mentalität, denn den Kopf in den Sand stecken, bringt niemanden weiter. Auch sollten alle raus aus dem Reden und rein ins Handeln kommen. Wichtig ist ebenfalls, Orientierung zu finden und diese weiterzugeben. Und last but not least: Lösungen lassen sich nur gemeinsam finden.“


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