Krisen lassen sich auch im Einkauf nur gemeinsam meistern

Eine Hiobsbotschaft nach der anderen – an allen Ecken und Enden gilt es zu reagieren und die momentanen Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. Die Leiter unserer Einkaufsabteilungen müssen in solch herausfordernden Zeiten handlungsfähig bleiben. Das gelingt ihnen allerdings nicht, wenn sie allein auf weiter Flur stehen, sondern nur gemeinsam: mit dem Team, der Geschäftsleitung und den Lieferanten.

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Einige erinnern sich momentan zurück an die 70er-Jahre, als das Schreckensgespenst Inflation schon einmal durch die Wirtschaft geisterte, damals ausgelöst durch die Ölkrise. Auch ich habe noch einige der Folgen im Gedächtnis und weiß noch gut, wie ich mit meinen Eltern an einem autofreien Sonntag auf der A3 spazieren gegangen bin. Uns allen ist bewusst, dass die aktuelle Krise auch Auswirkungen hat, doch diese schlagen an manchen Stellen heftiger zu, als anfangs erwartet.

Zuversichtlich bleiben

Derzeit und in jüngster Vergangenheit lassen sich viele Ursachen der Krise auf gestörte Lieferketten zurückführen. Die Folgen davon gehen weltweit durch die Presse: Reeder haben Schiffe eingemottet und bekommen diese mitsamt einer Besatzung nicht so schnell wieder aufs Wasser. Wir haben alle mitbekommen, wie ein 250 Meter langer Tanker tagelang den Suezkanal blockierte. Lesen von Containerknappheit und davon, dass einige Länder aufgrund der hohen Energiepreise oder lokalen Einschränkungen weniger produzieren. Auch die steigenden Preise treffen die Wirtschaft überall. Laut dem Statistischen Bundesamt ist der Index für der Einfuhrpreise im Vergleich September 2021 zu September 2022 von 118,2 auf 147,8 gestiegen. Auch der Verbraucherpreisindex, der im Juli 2022 noch bei 7,5% lag, ist nach vorläufigen Werten im Oktober auf 10,4% gestiegen. Und wenn wir uns jetzt überlegen, dass die Preissteigerungen weiter Fahrt aufnehmen und sowohl die Industrie als auch privaten Haushalte treffen, dann wissen wir: Die Krise ist allumfänglich. Ich könnte Liste an Problemen jetzt noch seitenlang weiterführen – doch wir wollen nicht auf den Problemen herumreiten, sondern Lösungsansätze aufzeigen. In erster Linie gilt es, trotz aller Herausforderungen zuversichtlich zu bleiben und die Ärmel hochzukrempeln.

Mit einem positiven Mindset anpacken

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich Krisen nur gemeinsam meistern lassen. So halten z. B. Lieferantenbeziehungen, die auf Augenhöhe und menschlich gepflegt werden, auch schwere Zeiten aus. Jedoch versuchen einige Einkaufsleiter noch immer, alleine im stillen Kämmerlein Lösungen zu finden. Hier ist es meiner Meinung nach wichtig, über den eigenen Schatten zu springen und gemeinsam mit dem Team und den Lieferanten zu überlegen, wie jetzt weiter vorgegangen werden soll. Stehe ich in meiner Arbeit als Interimsmanagerin vor solchen Herausforderungen, dann hilft mir mein positives Mindset. In der Praxis ist meine Führungsaufgabe, dem Einkaufsteam Orientierung zu geben – mit meiner positiven Herangehensweise, meiner Begeisterung und Lösungsorientierung bringe ich alle im Einkauf schnell auf einen gemeinsamen Nenner.

Nicht reden, machen

Von meiner Seite kann auch schonmal der Satz fallen: „Nicht reden, einfach machen.“ Hier ist besonders das Management gefragt, anzupacken und als Vorbild voranzugehen, um die Einkäuferinnen und Einkäufer zu motivieren. Und auch die Lieferanten müssen motiviert werden, damit wir gemeinsam durch die Krise gehen können. Zusammengefasst gibt es fünf Punkte, die uns bei Herausforderungen helfen, handlungsfähig zu bleiben:

  1. Ein positives Mindset.
  2. Anpacken und nicht den Kopf in den Sand stecken.
  3. Raus aus dem Reden, rein ins Handeln.
  4. Orientierung finden und weitergeben.
  5. Gemeinsam Lösungen finden.

Wie handhaben Sie die aktuellen Herausforderungen in Ihrem Einkauf? Ich freue mich auf Ihre interessanten Lösungsansätze. Lassen uns dazu gerne über LinkedIn oder in einem persönlichen Termin sprechen.

Mehr zu diesem und anderen Themen für zukunftssichere Strategien im Einkauf gibt es auch zum Nachhören in meinem Podcast.