Ohne Einkauf findet Industrie 4.0 nicht statt

Werfen wir einen Blick auf die Entwicklung der Industrie, so wird schnell klar, dass wir dahingehend in einer sehr spannenden Zeit leben. Von den Anfängen im Jahr 1784, der Industrie 1.0, mit Webstuhl und Dampfkraft ging es stetig weiter und mittlerweile sind wir in der Industrie 4.0 angelangt: Big Data, Automatisierung, künstliche Intelligenz, Clouds usw. Der Einkauf agiert in diesem Rahmen als Sprachrohr zum Lieferanten, wenn es um innovative Technologien geht. Doch wie genau sieht das aus?

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Sehen wir uns zunächst an, was sich im Vergleich zur Industrie 3.0 für den Einkauf verändert hat. Damals sprachen wir über die Digitalisierung von Einkaufsprozessen oder das frühe Einbinden des Einkaufs in Prozesse. Der Einkauf galt als Schnittstellenmanager, es wurde ein Warengruppen- und Lieferantenmanagement aufgebaut und wir waren viel im Bereich der Wertanalysen unterwegs. In der Industrie 4.0 erleben wir jetzt die Vernetzung der kompletten Supply Chain. Daraus ergibt sich eine gigantische Datenbasis, die wir vor einigen Jahren noch gar nicht im Blick hatten.

Von Floppy Disk zu Smartphone

Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass ich 1989 meine erste Bestellung als Einkäuferin noch auf einer Schreibmaschine getippt habe. Ein Jahr danach gab es schon einen PC mit Floppy Disk und Co. Nur wenig später lief alles über große Rechenzentren. Und heute sind wir in der Cloud angekommen und können unser ERP-System per Smartphone oder Tablet von überall aus aufrufen und bedienen. Im Zeitalter der Industrie 4.0 nimmt der Einkauf eine wichtige Rolle ein. Im Kontext von Innovation und Vernetzung bin ich vor ein paar Monaten auf einen interessanten Kooperationspartner gestoßen. Dieser bietet eine trendbasierte Innovationsberatung und hat bereits mehr als 50.000 Innovation weltweit zusammengestellt, die Einkäuferinnen und Einkäufern hochinteressante Themen bereitstellen. Für den Einkauf sind solche oder ähnliche Kooperationspartner in der Industrie 4.0 Goldwert.

Ersatzteile aus dem 3D-Drucker

Einen weiteren Fortschritt, der auch den Einkauf betrifft, möchte ich anhand einer eigenen Erfahrung erläutern. Früher war ich als Managerin im Prototypen-Einkauf tätig. In einer großen internationalen Abteilung mit ca. 25 Einkäufern aus unterschiedlichen Ländern wie Brasilien, Schweden, England, Deutschland, Italien usw. war es unsere Aufgabe, technische Prototypen für die Herstellung eines Fahrzeuges einzukaufen. Vor ungefähr fünf Jahren erinnerte ich mich wieder an diese Zeit, denn dort kam ich innerhalb eines Projekts mit dem Thema 3D-Drucker in Berührung. Ein Qualitätsmanager zeigte mir eine Stoßstange aus dem Drucker und ich bin fast umgefallen. Die Technologie in diesem Bereich ist seitdem immer weiter fortgeschritten und einige Unternehmen produzieren mittlerweile z. B. Ersatzteile im hauseigenen 3D-Drucker. Anhand solcher Situationen sehen wir, wie weit die Technologie bereits ist – und auch vor dem Einkauf nicht Halt macht.

Automatisch bestellen

Die Industrie 4.0 besteht aus zahlreichen Innovationsmöglichkeiten, die Unternehmen und insbesondere auch der Einkauf für sich nutzen sollten. Einer meiner Kunden hat beispielsweise sein C-Teile-Management verändert. Dort kommen jetzt Sensoren zum Einsatz, die protokollieren, wann Schrauben, Muttern oder Co. aus dem Regal entnommen werden und meldet dies an die Cloud. Sobald der Bestand zur Neige geht, wird automatisch eine bestimmte Menge nachbestellt. Das spart dem Einkauf und auch anderen Mitarbeitenden enorm viel Zeit.

Fakt ist: Der Einkauf ist ein wesentlicher Bestandteil der Industrie 4.0 und zieht einen großen Nutzen daraus, darf sich aber nicht zurücklehnen, sondern muss bei Innovationen am Ball bleiben.

Wie weit ist Ihr Einkauf bei diesen Themen? Welche Innovationen nutzen Sie bereits? Ich bin neugierig, was Industrie 4.0 für Sie und Ihren Einkauf bedeutet. Schreiben Sie mir gerne auf LinkedIn oder vereinbaren Sie einen persönlichen Termin.

Mehr zu diesem und anderen Themen für zukunftssichere Strategien im Einkauf gibt es auch zum Nachhören in meinem Podcast.


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