Werden Einkäufer künftig durch KI und Software ersetzt?

Letztens habe ich tatsächlich auf einer Werbeanzeige eines elektronischen Kataloganbieters gelesen „Einkaufen ohne Einkäufer.“ Inwieweit entspricht das der Wahrheit und werden Einkäufer in Zukunft wirklich durch künstliche Intelligenz und Software ersetzt? Meiner Meinung nach ist die Robotik Fluch und Segen zugleich – ich persönlich möchte privat den Roboter, der meinen Rasen mäht, sowie den, der staubsaugt und den Boden wischt, nicht mehr missen. Vor Kurzem habe ich diesbezüglich bei LinkedIn und Facebook auch einen Beitrag zur Diskussion gestellt, der sich damit befasst wie viele unserer Aufgaben mittlerweile von Robotern übernommen werden und wie viel künstliche Intelligenz uns im Service-Bereich schon begegnet, zum Beispiel im Bankwesen oder wenn wir über ein Internetportal Termine buchen. Allein die Worte Robotik, künstliche Intelligenz oder denkende Software lösen unterschiedliche Reaktionen aus und einige Menschen haben Angst vor dieser Entwicklung – gerade Mitarbeiter fürchten, bald durch Technik ersetzt zu werden.

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Besonders deutlich wird die Entwicklung anhand des Phänomens der Fotoapparate. Denken Sie hier nur an das Unternehmen Kodak. Früher hatte jeder einen „normalen“ Fotoapparat mit den dazugehörigen Filmen zuhause. Heute nutzen die meisten Menschen ihr Smartphone oder Digitalkameras zum Fotografieren. Den Schub, den die Digitalisierung und die Software hier gemacht haben, haben einige bitter zu spüren bekommen.

Software, künstliche Intelligenz und der Innovationsgedanke dahinter

Seit ungefähr 2007 gehen wir rasante Schritte in Sachen Künstlicher Intelligenz und Software. Corona hat uns die vergangenen Monate dahingehend zwar etwas ausgebremst, aber mittlerweile nimmt das Thema wieder ordentlich Fahrt auf. Wenn es um Innovationen geht, dann spielen KI und Software eine große Rolle, doch stellen wir uns zunächst die Frage, was wir damit erreichen wollen. Im Prinzip möchten wir Menschen monotone Tätigkeiten einfach an Maschinen oder Programme abgeben. Ob das nun der Rasenmäher-Roboter ist, oder das Chat- bzw. Telefonprogramm bei der Bank, das immer wiederkehrende Fragen beantwortet. Es gibt noch viele Beispiele aus dem privaten Bereich – sei es der Smart Speaker, den wir nach dem Wetter fragen, oder der den passenden Radiosender abspielen soll, die allseits beliebte Suchmaschine Google, die uns die Route zu einem Kunden oder die Telefonnummer des neuen italienischen Restaurants in der Stadt ausspuckt, von dem uns die Freundin erzählt hat. An all das haben wir uns schon gewöhnt und können uns kaum mehr vorstellen wie das Leben davor eigentlich war. Wir haben auf diesem Gebiet in den letzten Jahren sehr viele Innovationen erlebt und das wird auch in den kommenden Jahren so bleiben.

Big Brother is watching you – nicht jede Software ist unser Freund

So viele Vorteile uns KI und intelligente Software auch bringen, gibt es doch einen Punkt, den ich kritisch betrachte. Das sind Überwachungsroboter, an denen einige Unternehmen wie Amazon bereits arbeiten. Mein gesunder Menschenverstand sagt, dass hier Vorsicht geboten ist. Ich selbst finde es großartig, wenn uns die Arbeit erleichtert wird, sehe es allerdings skeptisch, wenn es um das Thema Überwachung geht. Ich rate dazu, wachsam zu bleiben und nicht jede Entwicklung blind anzunehmen aber dem Thema dennoch mit Innovationsfreude und Offenheit zu begegnen.

Künstliche Intelligenz und Robotik – wie geht es weiter?

Auf meinen eingangs erwähnten LinkedIn Beitrag reagierte auch mein Kollege Mohammed Assef, der dem Thema Roboter und künstlicher Intelligenz sehr aufgeschlossen gegenübersteht. Er sieht innerhalb der Einkaufsabteilungen dahingehend einen deutlichen Handlungs- und Verbesserungsbedarf. Seiner Meinung nach müsse es allerdings auch klare Reglementierungen geben, ohne zu viele Verbote auszusprechen. Eine spannende Sichtweise zum Thema, die zeigt, dass die Entwicklungen in diesem Bereich etwas in uns auslösen. Das belegen auch die Zahlen, die zum Beispiel von Statista erhoben wurden. Von 2001 an bis kurz vor dem ersten Pandemiejahr hat die Robotik Branche einen Umsatz von mehr als 4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Neben den Haushalts- und Unterhaltungsrobotern werden derzeit auch immer mehr Hilfsroboter für Senioren und Menschen mit Behinderung geplant. Eine Auswertung nach der Hannover-Messe in diesem Jahr gibt an, dass im Zeitraum von 2016 bis 2019 mehr als 40 Millionen Roboter zur privaten Nutzung verkauft wurden. Und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht.

Was bedeutet künstliche Intelligenz im Service und im Einkauf?

Künstliche Intelligenz wird aufgrund des beschleunigten digitalen Wandels bereits in vielen Unternehmen genutzt. Einer Umfrage zufolge sind 84 Prozent der Entscheider in Industrieunternehmen davon überzeugt, dass sich die künstliche Intelligenz skalieren wird und dass wir als Einkäuferinnen und Einkäufer ebenfalls immer mehr damit in Berührung kommen werden. Wir können allerdings selbst entscheiden, was wir in Zukunft vereinfachen wollen, wie KI und Software die Einkäufer unterstützen kann und wie weit wir an dieser Stelle gehen möchten.
Es sollte unser Ziel sein, die Mitarbeiter und das Unternehmen in jedem Prozess ideal zu unterstützen und die kulturellen Veränderungen, die sich durch den vermehrten Einsatz von KI für das Unternehmen ergeben, gemeinsam zu entwickeln. Die Mitarbeiter sollen anhand der Daten, die sie unter anderem von der künstlichen Intelligenz vermittelt bekommen, Innovationen und damit das Wachstum vorantreiben können. Alles in allem soll KI somit eine Entlastung in der Einkaufsabteilung und im Service bringen – und ich bin fest davon überzeugt, dass dies eintreten wird.

KI in der Praxis

In einem Projekt arbeitete ich gemeinsam mit einem Logistiker, der im Service-Bereich künstliche Intelligenz einsetzt, um seine Paletten von A nach B zu organisieren. In der momentanen Marktsituation, in der wir durch die steigenden Preise kaum noch in der Lage sind, genügend Europaletten aus Holz am Markt zu bekommen, haben viele Lieferanten Schwierigkeiten auszuliefern, weil die Paletten fehlen. Der Service-Betreiber in diesem Logistik-Bereich entwickelte eine KI, die schnell ausrechnet, wo ein leerer LKW mit ungenutzten Paletten steht. Das ist hilfreich, um überhaupt Auslieferungen der Endprodukte zu gewährleisten. Wer sich gerne näher mit dem Thema befassen möchte, dem empfehle ich einen Blick auf das Start-up Susi & James zu werfen, das in diesem Bereich großartige Projekte umsetzte.

Fakt ist, dass wir uns im Einkauf jetzt und in Zukunft mit künstlicher Intelligenz, Robotik und immer weiter entwickelter Software auseinandersetzten müssen. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie diese im Einkauf zu Ihrem Vorteil nutzen und so einsetzen, dass Ihre Einkäuferinnen und Einkäufer mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge haben, dann vernetzten Sie sich einfach mit mir auf LinkedIn oder vereinbaren Sie einen kostenlosen Termin. Mehr zu diesem und anderen Themen für zukunftssichere Strategien im Einkauf erfahren Sie ab sofort auch in meinem Podcast – hören Sie jetzt rein.


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