Wie modern ist Ihr Einkauf?

Wir alle kennen die sprichwörtlich alten Knochen im Einkauf, die von Digitalisierung, Agilität, Homeoffice usw. nichts hören wollen und meist damit argumentieren, dass doch bisher auch alles funktioniert hat. Auf der anderen Seite haben wir die jungen dynamischen Einkäuferinnen und Einkäufer, die nicht glauben können, dass noch keine modernen Erfolgsfaktoren genutzt werden. Dazwischen liegen Welten. Liegt das am Generationenunterschied? Am schnellen Wandel oder am weltweiten Chaos? Die Frage ist, wie modern muss der Einkauf sein, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen.

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Fakt ist, dass traditionelle Ansätze im Einkauf längst ausgedient haben. Der Markt und die wirtschaftlichen Entwicklungen erfordern neue Denkweisen. Wer nicht bereit ist umzudenken, wird über kurz oder lang dem Einkauf, den Mitarbeitenden und letztendlich dem Unternehmen schaden. Wie aber ist es möglich, neu zu denken und was braucht der Einkauf wirklich?

Ego aus – Zukunft an

Wenn wir den Einkauf neu und modern denken wollen, dann ist der erste Schritt, das eigene Ego auszustellen und alte Strukturen aufzubrechen. Das ist im Übrigen auch sehr hilfreich in Zeiten des Fachkräftemangels, wenn es darum geht, neue Mitarbeitende zu finden. Es geht derzeit in nahezu allen Unternehmen ein grundsätzlicher Umbruch vonstatten, der die Frage aufwirft, wie wir in Zukunft arbeiten wollen. Diesbezüglich habe ich einen großartigen Vergleich gefunden, der zeigt, wie wir in der Vergangenheit gearbeitet haben und wie wir es in Zukunft tun werden (wenn Sie Interesse an der detaillierten Grafik dazu haben, dann melden Sie sich gerne bei mir). In vielen Einkaufsabteilungen war das typische 9-to-5-Arbeiten gefragt. Dabei war es normal, in einem gemeinschaftlichen, von der Firma zur Verfügung gestellten, Büro zu arbeiten – meist handelte es sich dabei um Großraumbüros. Die Mitarbeitenden nutzten das Equipment, das ihnen zur Verfügung gestellt wurde: PC, Software, Drucker etc. Es gab eine klare Vorgabe, wie die Karriereleiter für Einkäuferinnen und Einkäufer aussieht und was es braucht, um diese emporzusteigen. Das alles werden wir hinter uns lassen (müssen).

Was zeichnet einen modernen Einkauf aus?

In einem modernen Einkauf arbeiten die Mitarbeitenden any time und von anywhere. Das bedeutet nicht, dass wir 24/7 im Einsatz sind, sondern die Arbeitszeit selbstständig festlegen. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir im Unternehmen, im Homeoffice oder am Strand von Mexiko sind. Unterhalte ich mich mit jungen Uni-Absolventen, so werde ich oft darauf aufmerksam, dass diese gerne selbst darüber bestimmen möchten, mit welcher Hardware sie arbeiten. Viele sind auch bereit, ihre eigenen Geräte zu nutzen. Worauf sie allerdings keine Lust haben, sind vorgezeichnete Karrierewege – viel lieber möchten sie ihren eigenen Weg gehen, der zu ihnen passt. Wenn man das einmal kurz sacken lässt, klingt es nach vielen Veränderungen, die auf den Einkauf zukommen. Meiner Meinung nach sind diese nicht nur notwendig, sondern eine echte Chance, mit einem modernen Einkauf die Zukunft zu gestalten. Am besten gelingt das, wenn wir uns Menschen ins Team holen, die ebenso denken.

Ohne Menschen keine Zukunft

Boomer, X, Y, Z und in absehbarer Zeit Alpha – noch nie waren die Ansprüche, Erwartungen und Lebenseinstellungen der Generationen so verschieden wie heute. Was bedeutet das für Führungskräfte im Einkauf? Ganz klar geht es immer mehr weg von Direktion und hin zu Kooperation. Die jungen Einkäuferinnen und Einkäufer wollen miteinbezogen werden, wenn es um Entscheidungen geht. Sie wollen gestalten und sich nicht den „Befehlen“ einer Führungskraft beugen. Die Führungskraft wird zunehmend in einer Mentoren- oder Coachrolle gebraucht, um die Mitarbeitenden zu unterstützen und zu fördern und nicht, um jeden Schritt zu kontrollieren. Wie fruchtbar die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Generation sein kann, habe ich selbst erlebt.

X und Y – geniales Duo

Ich selbst stamme aus der Generation X und sollte jetzt in einem Projekt mit einem Yler zusammenarbeiten. Wird das funktionieren? Ich traf auf einen jungen Kollegen und auch wenn unsere Interessen teilweise meilenweit voneinander entfernt waren, so haben wir es doch geschafft, zum genialen Duo zu werden. Wie? Indem wir uns gegenseitig unterstützten und von unseren jeweiligen Stärken Gebrauch machten. Ich brachte meine Erfahrung ein, insbesondere wenn es um das Thema Verhandlungen ging, er seine technische Expertise im IT-Bereich und im Umgang mit der Software. Eine Win-win-Situation für uns beide.

Wie modern ist Ihr Einkauf? Ich freue mich, dieses Thema mit Ihnen zu vertiefen – gerne auf LinkedIn oder in einem persönlichen Termin.

Mehr zu diesem und anderen Themen für zukunftssichere Strategien im Einkauf gibt es auch zum Nachhören in meinem Podcast.


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